
Kunst für elitäre Ästheten: Fackel und Phallus ‚stilvoll‘ vereint. Blick in den Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei, 1942.
Am 12. Mai hielt Konstanze Caysa auf dem Youtube-Kanal der HARP einen Vortrag über bzw. eher anküpfend an de Sade (Link). Ich bin in dem Video kurz zu sehen und zu hören eingangs und möchte nicht zuletzt aus diesem Grund öffentlich klarstellen, dass ich mich von dem Inhalt des am Ende verlesenen „Manifests der Pornosophie“ in aller Entschiedenheit distanziere. Ich hatte, als ich gebeten wurde, diesen einleitenden Satz zu sprechen, keine Ahnung, was folgen würde und wurde davon geradezu überrumpelt. Hätte ich es gewusst, hätte ich mich nicht bereit erklärt, in dem Video zu erscheinen und hätte mich auch gegen seine Veröffentlichung auf diesem Kanal ausgesprochen.
Nun ist es in der Welt und ich habe mich entschieden, seiner Veröffentlichung zuzustimmen. Den restlichen Vortrag finde ich hochinteressant und habe nur Weniges zu beanstanden. Wir pflegen bei der HARP generell eine Kultur der Nicht-Zensur und Youtube gibt mir ja die Gelegenheit, unmittelbar unter dem Video dazu Stellung zu nehmen.
Nun aber zu meiner Kritik:
Ich distanziere mich von diesem Teil des Videos nicht nur, ich betrachte ihn als faschistische Verlautbarung. Die „Fackel“, von der dort die Rede ist, ist nicht die meine und auch nicht diejenige der HARP. Es ist nicht die helle Flamme des Prometheus, diejenige der Aufklärung, sondern das schwarze Licht der Barbarei, das einst die Öfen von Auschwitz beheizte und heute am ‚hellsten‘ in Russland strahlt. Diese Fackel möchte ich – und ich denke und hoffe, ich spreche damit nicht nur für mich, sondern für die HARP insgesamt – nicht nur nicht weitertragen, sondern zum endgültigen Verlöschen bringen.
Ich erkenne an, dass es sich um ein Kunstwerk handelt. Soweit ich nachvollziehen konnte, wurde dieser satanische Text 2017 für eine Kunstausstellung verfasst und dort erstmals vorgetragen. Mir war er bisher unbekannt. Er kann online hier nachgelesen werden: https://artefactae.wordpress.com/2017/06/16/der-kuenstlerphilosoph-als-pornosophischer-exzentriker/



